Imkerverbände schließen in Dresden die Reihen für Bienengesundheit und einen fairen Honigmarkt.
Der Deutsche Imkerbund e.V. (D.I.B.) und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund e.V. (DBIB), die gemeinsam die Apimondia 2029 in Leipzig ausrichten, haben auf dem 93. Deutschsprachigen Imkerkongress in Dresden ihren Willen zur Zusammenarbeit bekräftigt. Beteiligt sind außerdem die Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker e.V. (GdeB) und der Bundesverband Dunkle Biene Deutschland e.V.. Die vier Verbände wollen ihre politische Arbeit künftig enger abstimmen.
Gemeinsam setzen sie sich für gesunde Bienenvölker, eine bessere Nachwuchsförderung in der Imkerei und faire Bedingungen für Honig aus Deutschland ein. Ihr Anspruch: die Vielfalt der Imkerei in Deutschland sichtbar machen und sich mit ihren jeweils eigenen Perspektiven als Verbände gegenseitig ergänzen.
Gemeinsame Agenda: Förderung, Nachwuchs, Bienengesundheit
Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen drei Themen. Erstens eine verlässliche Förderung der Imkerei im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Zweitens die Gewinnung von mehr Nachwuchs in der Imkerei. Drittens die Bienengesundheit, einschließlich der Bekämpfung von Bienenseuchen. Wie wichtig diese Abstimmung ist, hat bereits das gemeinsame Treffen im Bundeslandwirtschaftsministerium am 30. Juni in Berlin gezeigt.
Jeder Verband bringt seine Stärken ein
Der D.I.B. ist der größte Imkerverband Deutschlands und fordert aktuell schwerpunktmäßig eine ganzheitliche Politik, die Klimaschutz, eine bestäuberfreundliche Agrarpolitik und die Zukunft der Imkerei gemeinsam im Blick hat. Auch die Themen Lebensmittelverfälschung, Bienengesundheit und der Kampf gegen die Auswirkungen invasiver Arten, wie Vespa velutina, sind Arbeitsgebiete des Verbandes.
Der DBIB vertritt die Berufs- und Erwerbsimkerei. Er treibt aktuell den Kampf gegen Lebensmittelbetrug bei Honig voran und baut bestehende Kooperationen weiter aus. Er unterstützt mit seinem Engagement auch die Bemühungen um mehr Wertschätzung des heimischen Honigs und damit den Erhalt der Biodiversität.
Die Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker (GdeB) bringt als
Züchterorganisation ihre Expertise ein; sie engagiert sich für länderübergreifende,
einheitliche Standards bei der Zucht und bei den Belegstellen, die gemeinsam
mit den Zuchtgruppen weiterentwickelt werden.
Der Bundesverband Dunkle Biene betreibt ein Erhaltungszuchtprogramm für die
vom Aussterben bedrohte einheimische Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera).
Sie unterstützt das Bemühen der Verbände, als starke Gemeinschaft aufzutreten
und die Kernthemen voranzutreiben.
Echter Honig braucht faire Bedingungen
Für Imkerinnen und Imker, besonders für Erwerbsbetriebe, ist der Honigmarkt eine
Existenzfrage. Verfälschter Honig drückt die Preise und gefährdet heimische Betriebe. D.I.B. und DBIB fordern deshalb, die Honiganalytik in der amtlichen
Lebensmittelkontrolle zu stärken. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat dafür im September seine Unterstützung signalisiert.
Gemeinsam zur Apimondia 2029
Die Apimondia, der weltweit größte Imkereikongress, findet vom 3. bis 9. September
2029 in Leipzig statt. Das Motto lautet „Bees Unite Us“. Damit kommt der Kongress zum ersten Mal seit 60 Jahren wieder nach Deutschland. Schirmherr ist
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. D.I.B. und DBIB sind Vollmitglieder der
Apimondia. GdeB und Bundesverband Dunkle Biene beteiligen sich als Unterstützer an der Ausrichtung.
Stimmen der Verbände:
- Torsten Ellmann, Präsident D.I.B.: „Die Imkerei in Deutschland ist vielfältig, vom Hobby bis zum Vollerwerbsbetrieb. Diese Vielfalt ist unsere Stärke, wenn wir mit einer Stimme für die Bienen und für die Menschen sprechen, die sie halten.“
- Thorsten Wilkens, Präsident DBIB: „Wer von der Imkerei leben will, braucht einen ehrlichen Markt. Gefälschter Honig zerstört Preise und Vertrauen. Gemeinsam haben wir mehr Gewicht, wenn es um wirksame Kontrollen und faire Bedingungen für echten Honig geht.“
- Mirko Beutling, Vorsitzender GdeB: „Zucht kennt keine Landesgrenzen. Wir brauchen saubere, vergleichbare Standards für Belegstellen in allen Ländern, erarbeitet gemeinsam mit den Zuchtgruppen.“
- Jan Gutzeit, 1. Vorsitzender Bundesverband Dunkle Biene: „Die Dunkle Biene ist Wildtier und Kulturerbe zugleich. Dass ihr Erhalt Teil einer gemeinsamen Verbandsagenda ist, ist ein starkes Signal.“
