„Team Germany“ in Belfast erfolgreich!

„Team Germany“ in Belfast erfolgreich!

Belfast war Anfang Juli für fünf Tage Schauplatz eines besonderen Ereignisses: das International Meeting of Young Beekeepers (IMYB). Das IMYB findet jährlich statt und ist weltweit bekannt als das größte Treffen junger Imkerinnen und Imker.

Rund 85 Teilnehmende aus 29 Ländern kamen zusammen, um ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Leidenschaft für die Bienenhaltung zu zeigen. Sie zeigten auch, dass die nächste Generation von Imkerinnen und Imkern nicht nur fachlich stark ist, sondern auch die künftigen Hüterinnen und Hüter unserer Natur sein werden.

Jugendarbeit: der D.I.B. schickte das Gewinnerteam des nationalen Jungimkertreffens (das Team aus Bayern) zum IMYB nach Belfast und übernahm die Reise- und Teilnahmekosten.
Nationales Jungimkertreffen als Sprungbrett

Beim nationalen Entscheid im Juni in Papenburg hatten sich Oskar Dahms, Jakob Peter und Joel ter Heide aus Bayern den ersten Platz gesichert – und damit das Ticket nach Belfast. Dort repräsentierten sie nicht nur Deutschland, sondern auch die Werte, die junge Imkerinnen und Imker weltweit verbinden: Gemeinschaft, Naturverbundenheit und Verantwortungsbewusstsein.

Die Jugendlichen mussten sich in einer Vielzahl anspruchsvoller Disziplinen beweisen: Bienenbiologie, Bienengesundheit, Honig- und Wachskunde, Trachtpflanzenkunde, Imkereitechnik sowie praktische Arbeiten am Bienenvolk.

Anderes Land – andere Bienen

Eine besondere Herausforderung stellte die Arbeit mit den lokalen irischen Dunklen Honigbienen dar. Viele Teilnehmende beschrieben sie als „etwas temperamentvoller“ als die Völker, die sie aus ihrer Heimat kennen. Doch genau diese Unterschiede machen den internationalen Wettbewerb so wertvoll: Die Jugendlichen lernen, sich auf neue Bedingungen einzustellen, flexibel zu reagieren und ihr Wissen in ungewohnten Situationen anzuwenden.

Zu den praktischen Aufgaben gehörten darüber hinaus die Durchsicht der Bienenvölker, das Bauen von Rähmchen und Zargen.

Eine Wildblumen-Pflanzaktion im Garten des nordirischen Parlamentsgebäudes Stormont unterstrich den nachhaltigen Charakter des Wettbewerbs und zeigte, dass junge Imkerinnen und Imker nicht nur mit Bienen arbeiten, sondern auch aktiv Lebensräume gestalten.

Organisiert wird das Treffen vom ICYB, International Centre of Young Beekeepers. Insgesamt waren beim IMYB 2026 in Belfast 29 Teams vertreten.
Länderpräsentationen der einzelnen Teams

Neben den Wettbewerben spielte der kulturelle Austausch eine zentrale Rolle. Die Länderpräsentationen der Teilnehmer gelten traditionell als Herzstück des IMYB – und die drei Bayern überzeugten mit einer authentischen Vorstellung ihres „Bavarian Way of Life“.

Sie zeigten, was bayerische Gemütlichkeit bedeutet: Zusammenhalt, Humor, Tradition und Offenheit. – Sprachbarrieren? Fehlanzeige. Schon nach kurzer Zeit entstanden neue Freundschaften, die weit über das Event hinausreichen werden. Die Jugendlichen bewiesen eindrucksvoll, dass die Imkerei eine Sprache ist, die weltweit verstanden wird.

Von links: Dr. Michael Hardt (D.I.B.), Jakob Peter, Oskar Dahms, Joel ter Heide
Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Nach den theoretischen Prüfungen wurden die Jugendlichen in gemischte internationale Teams eingeteilt. Hier ging es, außer der Punktewertung, auch um Kooperation, Kommunikation und gemeinsames Fachwissen.

Ein besonderer Erfolg: Joel ter Heide erreichte mit seinem internationalen Team den 2. Platz in der Wertung der gemischten Mannschaften – ein starkes Zeichen für seine fachliche Kompetenz und seine Fähigkeit, Menschen aus verschiedenen Ländern zu verbinden.

Auch in der Einzelwertung gab es Grund zur Freude: Oskar Dahms belegte mit 225,5 Punkten einen hervorragenden 10. Platz unter allen internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Jakob mit 222,5 und Joel mit 216,5 Punkten knapp dahinter.

5. Platz für Deutschland in der Nationenwertung

In der Nationenwertung erreichte Team Deutschland den 5. Platz – ein starkes Ergebnis angesichts der hohen Leistungsdichte und der internationalen Konkurrenz. Zum ersten Platz trennten uns nur 5 Punkte und nur ein paar Zehntel zu den Viertplatzierten aus England/Nordirland.

Der Gesamtsieg in der Nationenwertung sowie der Einzeltitel „Bester Jungimker“ gingen an das Nachbarland Österreich. Fabio Riederer sicherte sich den Titel – und er ist kein Unbekannter. Bereits im Vorjahr bewies er bei der ersten Auflage eines deutsch-österreichischen Jungimkerwettbewerbs seine außergewöhnliche Klasse.

Ein Event mit Symbolkraft – Zukunft der Imkerei liegt in guten Händen

Das IMYB 2026 zeigte eindrucksvoll, dass die Jugend nicht nur die Zukunft der Imkerei ist, sondern auch die „Guardian of Nature“, die Hüterinnen und Hüter unserer Umwelt darstellen. Sie sind das Fundament zukünftiger BeeClubs, Jugendgruppen und Vereine – und tragen die Werte der Imkerei weiter in die Welt.

Die Botschaft aus Belfast von allen Teilnehmenden war klar: Tragt die Bekanntschaften und den Spirit hinaus in die Welt – und lasst euch von diesem in der Zukunft tragen. Die Erfahrungen, die alle Jugendlichen in Belfast gesammelt haben, sind mehr als Wettbewerbsergebnisse. Sie sind ein Versprechen!

Die nächste Generation von Imkerinnen und Imkern ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – für die Bienen, für die Natur und für eine nachhaltige Zukunft.

Bericht und Fotos: Matthias Bohmann, BZV Sulzbach-Rosenberg, Bayern

Beitragsbild von links: Dr. Michael Hardt, Matthias Bohmann, Oskar Dahms, Joel ter Heide, Jakob Peter

Der D.I.B. E. V. gratuliert den drei Teilnehmern zu Ihrer großartigen Leistung! Vielen Dank für Euren Einsatz und Euer Engagement! Wir bedanken uns weiterhin ganz herzlich für diesen Bericht sowie bei den Betreuern Matthias Bohmann, BZV Sulzbach-Rosenberg und Dr. Michael Hardt, Präsidiumsmitglied D.I.B., für die Unterstützung!