Die Zukunft der Imkerei und die Förderung heimischen Honigs standen im Mittelpunkt eines Treffens mit Bundesminister Alois Rainer. Zudem gab es eine erfreuliche Nachricht: Der Bundesminister übernimmt die Schirmherrschaft für den Apimondia-Kongress in Leipzig.
D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann, D.I.B.-Vize-Präsident Stefan Spiegl und DBIB-Präsident Thorsten Wilkens nutzten das Gespräch, um gemeinsam zentrale Anliegen der Imkerschaft direkt mit dem Minister zu besprechen.
Förderung der Imkerei in der GAP
Ein Schwerpunkt war die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). D.I.B. und DBIB forderten eine gesicherte Förderung des Imkereisektors. Zwar sieht der Gesetzesvorschlag eine Pflicht zur Förderung der Imkerei vor, doch zur Höhe der Förderung findet sich darin nichts. Zudem gibt es inzwischen Bestrebungen, diese Pflicht wieder aus der Verordnung zu streichen.
Schutz des Honigs
Auch der Schutz des Honigs vor Betrug wurde angesprochen. Das Ministerium unterstützt die Forderung nach einem EU-Referenzzentrum für Honig. Dies ist notwendig, um die amtliche Lebensmittelkontrolle auf Ebene der Honiganalytik zu unterstützen. Dabei steht auch die Möglichkeit im Raum, dass diese Aufgabe von einem oder mehreren Instituten in Deutschland übernommen werden könnte.
NGTs: Rechtssicherheit für die Imkerschaft notwendig
Auch die Neuen Genomischen Techniken (NGT) in der Pflanzenzucht waren Thema. Das Ministerium will die EU-Verordnung eins zu eins umsetzen. Möglichkeiten für nationale Koexistenzregelungen sehe die Verordnung nicht vor.
Der D.I.B. hält eine Koexistenz mit einer NGT-freien Landwirtschaft ohne weitere Regelungen jedoch nicht für möglich. Aus seiner Sicht würde dies auch das Ende der Bioimkerei bedeuten. Daher bat der Verband um Stellungnahme zu einem Rechtsgutachten, das die Möglichkeit nationaler Regelungen für gegeben sieht.
Darüber hinaus forderten die Verbände Rechtssicherheit für Imkerinnen und Imker. Es müsse geklärt werden, was geschieht, wenn Bestandteile patentierter Pflanzen in Honig gelangen. Zudem bat der D.I.B. den Bundesminister, sich für eine Änderung des Patentrechts einzusetzen, um die Patentierung natürlicher Merkmale zu unterbinden.

Bild oben:
Thorsten Wilkens, Präsident des DBIB, Bundesminister Alois Rainer und Torsten Ellmann, Präsident des D.I.B.
Bild unten:
Stefan Spiegl, Vize-Präsident des D.I.B., Bundesminister Alois Rainer und D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann
Gute Nachricht für die Apimondia
Erfreulich ist die Unterstützung für den Apimondia-Kongress 2029 in Leipzig: Bundesminister Alois Rainer hat die Schirmherrschaft übernommen. D.I.B. und DBIB freuen sich über dieses Zeichen der Unterstützung.
Besprochen wurde außerdem, ob das BMLEH die Apimondia in Leipzig sowie den Pflichtauftritt Deutschlands bei der Apimondia in Dubai 2027 unterstützen kann.
DeBiMo-Finanzierung bis 2030 im Blick
Der D.I.B. hat sich wiederholt für die Weiterführung des Deutschen Bienenmonitorings (DeBiMo) eingesetzt. Die Finanzierung stand für 2026 erneut auf der Kippe. Der D.I.B. hatte daher gefordert, die Finanzierung langfristig zu planen.
Nun teilte das Ministerium mit, dass die Finanzierung für 2027 geplant sei und man auch die Zeit bis 2030 im Blick habe. Zugleich sehen die Verbände die Wissenschaft in der Pflicht, Ergebnisse stärker an die Imkerschaft zu vermitteln und in die Praxis einfließen zu lassen.
Mehr deutscher Honig in Bundeskantinen
Zum Abschluss ging es um eine ganz konkrete Frage: Wie kommt mehr deutscher Honig auf die Teller? Ellmann schlug vor, in Bundeskantinen künftig stärker auf heimische Produkte zu setzen und auch mehr heimischen Honig anzubieten. Die Idee stieß beim Minister auf offene Ohren. Sie sei ganz in seinem Sinne. Er wolle sich dafür einsetzen.
Fotos: BMLEH
