EU-Positionspapier zu Vespa velutina

EU-Positionspapier zu Vespa velutina

BeeLife, Copa-Cogeca, der Europäische Berufsimkerbund und Apimondia fordern eine entschlossenere Bekämpfung der Asiatischen Hornisse Vespa velutina. Die Grundlage dafür legte der Deutsche Imkerbund.

Seit mehr als 20 Jahren breitet sich die invasive Art in Europa aus. Wo sie auch auftaucht: Stets hat man den Eindruck, dass das Rad neu erfunden wird und dieselben Fehler begangen werden. Entsprechend groß ist die Unzufriedenheit unter Imkerinnen und Imkern, was wir beim Deutschen Imkerbund sehr ernst nehmen.

Aus dieser Erfahrung heraus entstand das gemeinsame Positionspapier, das auf der Vorarbeit des Deutschen Imkerbundes basiert. Wir hatten zunächst die wichtigsten Treiber der Ausbreitung analysiert und daraus konkrete Forderungen abgeleitet. Viele davon tragen wir seit Längerem an das Bundesumweltministerium heran. In Zusammenarbeit mit BeeLife wurde daraus eine internationale Stellungnahme, in der sich Verbände aus unterschiedlichen Ländern mit ihren Sichtweisen wiederfinden. So wurde auch die Art Vespa orientalis eingefügt, die in einigen Mitgliedstaaten als neoinvasive Art auftritt. Das Papier richtet sich an die EU-Kommission, die Mitgliedstaaten, die Regionen und die Wissenschaft. Hier finden Sie auch eine ins Deutsche übersetzte Version.

Warum breitet sich Vespa velutina so rasant aus?

Die Art passt sich flexibel an und kommt mit unterschiedlichen Umweltbedingungen zurecht. Gleichzeitig fehlt es in Europa an einem abgestimmten Vorgehen. Zwar existiert eine EU-Verordnung zu invasiven Arten, doch die Mitgliedstaaten setzen sie uneinheitlich um. Der Austausch zwischen Behörden bleibt lückenhaft, während sich die Imkerschaft oft selbst organisiert. Hinzu kommt: Häufig verantworten Regionen die Bekämpfung, nicht die Staaten. In der Praxis erschwert das frühe Entdecken der Nester die Arbeit erheblich. Die Bekämpfung kostet Zeit und Geld. Vielerorts tragen vor allem Imkerinnen und Imker diese Last – obwohl es eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist.

Warum breitet sich Vespa velutina so erfolgreich aus?

Mehrere Faktoren begünstigen die Ausbreitung:

  • Biologie der Art: Vespa velutina passt sich flexibel an und kommt mit unterschiedlichen Umweltbedingungen in Europa gut zurecht.
  • Vorgehen in Europa: Zwar gibt es eine EU-Verordnung zu invasiven Arten, doch die Mitgliedstaaten setzen sie uneinheitlich um. Vor allem der Austausch zwischen den Behörden bleibt lückenhaft.
  • Zuständigkeiten: Häufig tragen Regionen die Verantwortung für die Bekämpfung, nicht die Staaten.
  • Praxis: Nester früh und in ausreichender Zahl zu entdecken, ist schwierig. Die Bekämpfung kostet Zeit und Geld.
  • Last der Bekämpfung: Vielerorts liegt sie vor allem bei den Imkerinnen und Imkern – obwohl es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

Wie sollte gehandelt werden?

Aus diesen Punkten ergeben sich unter anderem folgende Erwartungen:

  • EU-Kommission: Sie soll die Bekämpfung stärker unterstützen, den Austausch zwischen den Mitgliedstaaten verbessern und auf eine konsequente Umsetzung der bestehenden Regeln drängen.
  • Mitgliedstaaten: Wo die nationalen Regierungen den Regionen keine direkten Vorgaben machen können, sollen sie verbindliche Rahmen setzen, um die Bekämpfung zu verbessern.
  • Regionen: Sie müssen wirtschaftliche Schäden im Blick behalten und die Imkerschaft spürbar entlasten.
  • Wissenschaft: Gefragt sind praxistaugliche Lösungen, die Aufwand und Kosten senken und sich im Alltag tatsächlich einsetzen lassen.

Wir werden darüber – und erste Reaktionen – auch während des Velutina-Symposiums am Samstag, den 27. Juni 2026, in Mühlheim berichten. Das Symposium wird vom Imkerverein Mühlheim und der Velutina Army organisiert.

Erfolgreich auf EU-Ebene

Zumindest mit einigen Forderungen war der Deutsche Imkerbund auf EU-Ebene bereits erfolgreich: Die EU-Kommission kündigt an, eine Austauschplattform einzurichten. Für 2027 ist ein EU-Forschungsprojekt zu Vespa velutina geplant. Zudem wurde gemeinsam mit der IUCN ein Fonds eingerichtet, der die Ausrottung neu eingeschleppter Arten finanziell unterstützt.

Foto: YVO-Photos