Von der Varroa-Meldepflicht über die Bienenseuchenverordnung bis hin zur Asiatischen Hornisse: Der Deutsche Imkerbund setzt sich auf nationaler und europäischer Ebene dafür ein, dass neue Regelungen praxistauglich sind und die Imkerei stärken. Bei mehreren wichtigen Themen gibt es jetzt Bewegung.
Varroa-Meldepflicht: Praxistaugliche Lösung in Arbeit
Die neue Meldepflicht für einen Varroabefall sorgt derzeit bei vielen Imkerinnen und Imkern für Verunsicherung. Dabei handelt es sich um die Umsetzung von EU-Recht in nationales Recht. Der Deutsche Imkerbund hat jedoch frühzeitig darauf hingewiesen, dass diese Regelung für Deutschland wenig sinnvoll ist. Schließlich gibt es hierzulande keine varroafreien Gebiete.
Mehrere Bundesländer versuchen inzwischen eigene Regelungen zu schaffen. Wir haben das Thema deshalb auf mehreren Ebenen angesprochen. Inzwischen tauschen sich das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Länder darüber aus, eine praxistaugliche Lösung zu finden.
Bienenseuchenverordnung: Überfällige Überarbeitung
Auch die Novellierung der Bienenseuchenverordnung kommt endlich in Bewegung. Sie muss an das geltende EU-Recht angepasst werden. Der Deutsche Imkerbund hat bereits vor fünf Jahren konkrete Änderungsvorschläge vorgelegt. Inzwischen sind weitere europäische Vorgaben hinzugekommen.
Nach wiederholten Anfragen beim Ministerium hat die Überarbeitung nun begonnen. Wir setzen uns dabei für praktikable Lösungen ein, die zugleich die Gesundheit der Bienenvölker sichern. So sprechen wir uns unter anderem dafür aus, die Sanierung über Kunstschwärme stärker zu berücksichtigen als das Töten betroffener Bienenvölker.
Keine pauschale Behandlungspflicht
Ein weiteres unserer Anliegen ist die Abschaffung der pauschalen Behandlungspflicht aller Bienenvölker bei Varroabefall. Aus unserer Sicht steht diese Regelung einer Behandlung nach Schadschwelle und der Zucht varroaresistenter Bienen entgegen.
Wir möchten erreichen, dass Imkerinnen und Imker auf eine Behandlung verzichten können, wenn beispielsweise regelmäßige Befallskontrollen belegen, dass sie nicht erforderlich ist. Entscheidend ist für uns nicht die Pflicht zur Behandlung, sondern die Pflicht, die Bienengesundheit dauerhaft zu sichern.
Tropilaelaps: Frühzeitig handeln
Auf europäischer Ebene haben wir auf das Risiko der Einschleppung von Tropilaelaps hingewiesen und angesichts der unklaren Seuchenlage ein Importverbot für Königinnen aus der Ukraine und der Türkei gefordert.
Zudem haben wir angeregt, dass alle Mitgliedstaaten ihre Bekämpfungspläne überprüfen und – wo nötig – anpassen. Das Europäische Referenzlabor für Bienenkrankheiten erarbeitet nun Leitlinien für ein Tropilaelaps-Monitoring. Sie sollen anschließend als Grundlage für die Überarbeitung nationaler Leitlinien dienen – sofern in den Mitgliedstaaten überhaupt entsprechende Leitlinien erstellt wurden.

Vespa velutina: Unterstützung aus Brüssel
Auch beim Umgang mit der Asiatischen Hornisse engagiert sich der Deutsche Imkerbund auf europäischer Ebene. Wir haben Handlungsempfehlungen für die europäische, die nationale und die regionale Ebene erarbeitet und an die Europäische Kommission sowie an die Bundesregierung übermittelt.
Es gibt zumindest ein paar positive Rückmeldungen aus Brüssel: Die Europäische Kommission hat zugesagt, eine Austauschplattform für die Mitgliedstaaten einzurichten. Außerdem soll im kommenden Jahr ein wissenschaftliches Forschungsprojekt zu Vespa velutina ausgeschrieben werden. Beide Vorhaben können dazu beitragen, die Bekämpfung der invasiven Hornissenart europaweit zu verbessern.
