Für eine ganzheitliche Politik: Bestäuber schützen, Imkerei stärken, Zukunft sichern!
Die Imkerei steht vor wachsenden Herausforderungen – Klimawandel, Veränderungen in der Agrarlandschaft, zunehmender Druck durch invasive Arten und Wettbewerb mit verfälschten Importhonigen. Gleichzeitig leisten Honigbienen einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung und damit zu unserer Lebensmittelproduktion.
Wir, die Partnerverbände des Deutschsprachigen Imkerkongresses, fordern deshalb eine Politik, die ökologische, landwirtschaftliche und wirtschaftliche Ziele konsequent zusammendenkt. Einzelmaßnahmen reichen nicht aus. Wir brauchen einen politischen Kurs, der den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen mit der Zukunft der Imkerei verbindet.
Klimaschutz konsequent vorantreiben
Die Folgen des Klimawandels sind längst in der Imkerei angekommen. Versiegende Nektar- und Pollenquellen, Extremwetterereignisse sowie veränderte Trachtbedingungen erschweren die Völkerführung, beeinträchtigen die Honiggewinnung und gefährden die Bienengesundheit. Gleichzeitig begünstigt der Klimawandel die Ausbreitung invasiver Arten. Wir fordern eine konsequente Politik zum Klimaschutz, den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und eine gezielte Unterstützung der Imkerei bei der Anpassung an den Klimawandel.
Eine bestäuberfreundliche Agrarpolitik sichern
Landwirtschaft und Imkerei sind auf gesunde Ökosysteme angewiesen. Dennoch drohen mühsam erreichte Fortschritte beim Umwelt- und Bestäuberschutz verloren zu gehen. Die geplanten Änderungen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU bedeuten einen deutlichen Rückschritt. Auch der Food and Feed Omnibus birgt erhebliche Risiken: Er sieht unter anderem längere, teilweise unbegrenzte Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln und erleichterte Anwendungsmöglichkeiten, etwa durch Drohnen, vor. Gleichzeitig steht die europäische Förderung der Imkerei zur Disposition. Wir fordern eine Agrarpolitik, die den Schutz der Bestäuber entschlossen berücksichtigt, den verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sichert und die Leistungen der Imkerei anerkennt und fördert.
Regionalen Honig schützen
Die europäische Imkerei steht durch billige Importhonige unter wirtschaftlichem Druck. Zugleich gefährdet verfälschter Honig das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in unser Naturprodukt. Wir fordern eine konsequente Bekämpfung des Honigbetrugs, wirksame Kontrollen und ein europäisches Referenzzentrum gegen Lebensmittelbetrug, das einheitliche und verlässliche Nachweismethoden voranbringt. Gleichzeitig müssen die Vermarktung und Wertschätzung regionaler Honige gestärkt werden.
Varroaresistenz als Zukunftsaufgabe fördern
Fast 50 Jahre nach ihrer Einschleppung bleibt Varroa eine zentrale Herausforderung. Der Klimawandel erschwert zudem bewährte Behandlungskonzepte. Die Verbreitung biotechnischer Verfahren zur Varroabekämpfung sowie die Zucht resistenter Bienen müssen daher stärker gefördert werden. Neben der notwendigen politischen Unterstützung sind auch die Imkerinnen und Imker gefordert. Durch gezielte Völkervermehrung und Weiterbildung können sie einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung dieses gemeinsamen Ziels leisten.
Politik aus einem Guss statt widersprüchlicher Einzelmaßnahmen
Klimaschutz, eine nachhaltige Landwirtschaft, der Schutz der Bestäuber und die Zukunft der Imkerei gehören untrennbar zusammen. Politische Entscheidungen müssen diesen Zusammenhang berücksichtigen. Ankündigungen allein reichen nicht: Entscheidend ist, dass sich politische Ziele auch in zukünftigen Förderprogrammen und konkretem Handeln widerspiegeln. Wir fordern eine verantwortungsvolle Politik, die die natürlichen Lebensgrundlagen schützt, die Leistungen der Imkerei anerkennt und ihre Zukunft sichert.
Königl. Imkerverein 1873 Sankt Vith & Umgebung
