Die EU verhandelt derzeit über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027. Für die Imkerei steht dabei viel auf dem Spiel: Die bisherige Förderung könnte sich deutlich verändern – oder sogar ganz entfallen.
Die Agrarpolitik entscheidet darüber, wie vielfältig und umweltfreundlich unsere Agrarlandschaft ist. Damit beeinflusst sie auch die Lebensbedingungen von Bienen und anderen Bestäubern.
Bestäuberschutz erstmals als Ziel verankert
Beim Vorschlag der EU-Kommission blieb offen, wie umweltfreundlich die zukünftige Agrarpolitik aussehen wird. Die vorläufige Position des EU-Parlaments ist aus unserer Sicht diesbezüglich ein deutlicher Schritt rückwärts. Dennoch konnten wir einen wichtigen Erfolg verbuchen: Erstmals sind der Schutz und die Förderung von Bestäubern ausdrücklich als Ziel von Maßnahmen im Vorschlag des Berichterstatters enthalten. Auch die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Imkern soll nach diesem Vorschlag gefördert werden. Wir setzen uns unter anderem dafür ein, dass diese Punkte die weiteren Verhandlungen überstehen.
Förderung des Imkereisektors
Deutschland stehen in der laufenden Förderperiode mehr als zehn Millionen Euro EU-Mittel für die Imkerei zur Verfügung. Die Höhe der Mittel für die einzelnen Länder richtet sich bislang nach der Zahl der gehaltenen Bienenvölker. Finanziert werden unter anderem Schulungen, Zucht, Forschung, Qualitätssicherung und Maßnahmen gegen Bienenschädlinge. Je nach Bundesland gibt es auch Unterstützung für Investitionen in Imkereibetriebe.
Kippt die Imkereiförderung?
Das könnte sich nach 2027 grundlegend ändern. Der bisherige Vorschlag schreibt zwar nicht vor, wie viel Geld in einen bestimmten Agrarsektor fließen muss. Für die Imkerei enthält er aber zumindest eine Förderpflicht. Damit wäre zwar weiterhin offen, wie viel Geld tatsächlich zur Verfügung steht. Eine Förderung der Imkerei wäre jedoch vorgeschrieben.
Genau diese Absicherung wollten mehrere EU-Parlamentarier streichen – darunter auch deutsche Abgeordnete. Wir haben deshalb interveniert und auch die europäische Landwirtschaftsorganisation Copa-Cogeca eingebunden. Im ersten Kompromissvorschlag des parlamentarischen Berichterstatters ist die Förderpflicht nun weiterhin enthalten. Das ist ein wichtiger Zwischenerfolg. Die Verhandlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen.
Die Verhandlungen über die GAP nach 2027 stehen erst am Anfang. Für die Imkerei kommt es jetzt darauf an, dass ihre Förderung erhalten bleibt und der Bestäuberschutz gestärkt wird. Dafür setzen wir uns als Deutscher Imkerbund ein – für die Bienen, die Umwelt und die Imkerei.
Foto: Siegfried Schneider
