Im Austausch für die Imkerei

Im Austausch für die Imkerei

Bei der Abschlussveranstaltung von B-Thenet traf der Deutsche Imkerbund Wissenschaftler, Fachberater, Verbände, politische Stakeholder und Vertreter der EU. Der D.I.B. nutzte die Gelegenheit, um neben dem offiziellen Programm viele Gespräche zu führen.

Wie kann die Imkerei auf neue Herausforderungen reagieren? Diese Frage zog sich durch die Gespräche in Slowenien. Dabei ging es um ganz unterschiedliche Themen: um Honig und seine Definition, um den Generationswechsel in der Imkerei und um die zunehmende Bedrohung durch invasive Hornissen. In den Stakeholder-Sessions brachte der D.I.B. seine Expertise und die Perspektive der Imkerschaft ein.

Honig

In der Session zum Thema Honig trug D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann den Standpunkt der Imkerschaft vor. Der Beitrag wurde sehr positiv aufgenommen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag „Honig muss Honig bleiben“.

Invasive Hornissen

Unser Mitarbeiter Dr. Sebastian Spiewok stellte die aktuelle Situation hinsichtlich invasiver Hornissenarten in der EU dar und brachte die Perspektive der Imkerschaft ein. Dabei stellte er die Roadmap for Control of Invasive Hornets vor, die von BeeLife, Apimondia, Copa-Cogeca und EPBA unterstützt wird. Sie zeigt, weshalb sich Vespa velutina so erfolgreich ausbreitet, und benennt notwendige Schritte für eine wirksame Überwachung und Bekämpfung.

Generationswechsel und Geschlechterbalance

Die Imkerei ist nach wie vor stark männlich geprägt. Gleichzeitig wird es angesichts der Altersstruktur immer wichtiger, junge Menschen für die Imkerei zu gewinnen. Besonders für die Berufsimkerei braucht es bessere Voraussetzungen für Betriebsübernahmen und Neugründungen. Der D.I.B. forderte deshalb bereits im Rahmen der Verhandlungen zur neuen Gemeinsamen Agrarpolitik, EU-Fördermöglichkeiten stärker an die besonderen Strukturen der Imkerei anzupassen. Klar ist auch: Ein Generationenwechsel in der erwerbsorientierten Imkerei benötigt auch attraktive Aussichten auf dem Honigmarkt.

Varroakontrolle

Unterschiedliche Methoden zur Erfassung des Varroabefalls. Fotos: Sebastian Spiewok/D.I.B.

In einem Workshop zur Varroakontrolle wurden unterschiedliche Verfahren zur Erfassung des Befalls vorgestellt und diskutiert: Windelkontrolle, Alkoholwäsche, Puderzuckermethode und CO₂-Betäubung. Dabei wurden die Methoden nicht nur miteinander verglichen. Die CO₂-Methode erwies sich dabei als am teuersten und zugleich am wenigsten zuverlässig. Es zeigte sich auch, dass sich die Durchführung der Methoden und die Interpretation der Ergebnisse von Land zu Land unterscheiden können. Auch bei der Frage, ab welchem Befall behandelt werden sollte, gibt es unterschiedliche Ansätze.

Ellmann erläuterte den Ansatz von Varroa 2033 in Deutschland. Wir werden die Betriebsweisen bezüglich der Behandlung mit Varroaziden verändern müssen. Gleichzeitig ist der Klimawandel auch in diesem Zusammenhang eine Herausforderung für eine angepasste Imkerei.

Viele Gespräche neben dem Programm

Apimondia-Präsident Dr. Peter Kozmus und D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann.

Besonders wertvoll waren für den D.I.B. die zahlreichen Gespräche außerhalb des offiziellen Programms. Mit Wissenschaftlern ging es unter anderem um die Ausbreitung von Tropilaelaps und den Umgang mit invasiven Hornissenarten.

Mit Dr. Peter Kozmus, amtierender Präsident der Apimondia, sprach der D.I.B. über die Organisation, kommende Kongresse und die weitere Zusammenarbeit. Ziel ist es, die Arbeit von Apimondia in Europa gemeinsam weiter zu stärken.

Auch mit Boštjan Noč, Präsident der European Beekeeping Association (EBA), wurden aktuelle Fragen der europäischen Imkerei diskutiert.

Für den D.I.B. waren die Gespräche in Slowenien eine gute Gelegenheit, um zuzuhören, Erfahrungen auszutauschen und die eigene Erfahrung einzubringen. Der direkte Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern sowie mit Wissenschaftlern, Fachberatern und politischen Ansprechpartnern hilft uns, Entwicklungen frühzeitig wahrzunehmen und die Interessen der Imkerschaft auch auf europäischer Ebene besser zu vertreten.