Strenge Regeln für Gentechnik bei Tieren erhalten

Strenge Regeln für Gentechnik bei Tieren erhalten

Was für Pflanzen begonnen hat, könnte bald auch Tiere betreffen. Nach der Verabschiedung der sogenannten NGT-Verordnung für die Pflanzenzucht richtet sich der Blick inzwischen auf die Tierzucht.

Nachdem die EU die Vorschriften für die Anwendung neuer genomischer Techniken (NGT) in der Pflanzenzucht gelockert hat, rechnen viele Verbände mit ähnlichen Vorstößen in der Tierzucht. Gemeinsam mit mehr als 40 Organisationen setzt sich der Deutsche Imkerbund deshalb dafür ein, dass für die Anwendung neuer genomischer Techniken und anderer gentechnischer Verfahren in der Tierzucht – und damit auch für Honigbienen – weiterhin strenge Sicherheits- und Zulassungsregeln gelten.

Strenge Regeln auch für Honigbienen

In einem Schreiben an EU-Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen und EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi haben wir unser gemeinsames Ziel deutlich gemacht: Die bestehenden Anforderungen an Risikobewertung, Zulassung, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung sollen für alle gentechnisch veränderten Tiere beibehalten werden – ausdrücklich auch für Honigbienen. Hintergrund sind Überlegungen der EU-Kommission, nach den Änderungen für die Pflanzenzucht künftig auch die Vorschriften für Tiere zu überprüfen. Gleichzeitig fordern Teile der Industrie eine weitgehende Deregulierung.

Risiken für die Imkerei

Aus Sicht des Deutschen Imkerbundes könnte eine Lockerung der Vorschriften auch für die Imkerei weitreichende Folgen haben. Besonders problematisch wären Patente auf gentechnisch veränderte Honigbienen. Dabei besteht aus Sicht des Deutschen Imkerbundes die Sorge, dass geistige Eigentumsrechte künftig auch bei natürlich vorkommenden Merkmalen eine Rolle spielen könnten – ähnlich wie dies bereits aus der Pflanzenzucht bekannt ist. Da sich schätzungsweise 95 Prozent der Bienenköniginnen in Deutschland frei verpaaren, ließe sich die Verbreitung patentierter Gene nicht kontrollieren. Das könnte Imkerinnen und Imker vor erhebliche rechtliche und praktische Herausforderungen stellen.

Frühzeitig Position beziehen

Mit dem gemeinsamen Schreiben bringen wir uns frühzeitig in die europäische Debatte ein. Unser Ziel ist klar: Auch künftig müssen für gentechnisch veränderte Tiere hohe Anforderungen an Sicherheit, Transparenz und Zulassung gelten. Gerade bei Honigbienen brauchen Imkerinnen und Imker verlässliche Rahmenbedingungen – und keine vorschnelle Aufweichung bewährter Schutzstandards.