Vorträge, Workshops und Honiggenuss

Vorträge, Workshops  und Honiggenuss

Der 93. Deutschsprachige Imkerkongress vom 8. bis 10. Oktober 2026 bot zahlreiche Gelegenheiten für fachlichen Austausch, neue Impulse und persönliche Begegnungen. Ein vielfältiges Fachprogramm und eine große Ausstellung lockten rund 1.000 Besucherinnen und Besucher nach Dresden.

Mit der feierlichen Eröffnung der großen Ausstellung begann am Donnerstagnachmittag der Deutschsprachige Imkerkongress im Messe- und Kongresszentrum des Maritim Hotels Dresden. Direkt an der Elbe gelegen, bot die Veranstaltungsstätte mit ihren hellen und großzügigen Räumlichkeiten einen idealen Rahmen für drei abwechslungsreiche Kongresstage.

Gemeinsam mit Torsten Ellmann erkundeten die Präsidenten der Kongressländer (neben Ausrichter Deutschland: Belgien, Liechtenstein, Niederlande, Österreich, Schweiz und Südtirol) die Messeausstellung mit mehr als 30 Ausstellern. Neben innovativen Produkten, bewährten Angeboten und neuen Entwicklungen rund um die Imkerei erwarteten die Besucher auch Stände von Verbänden und Vereinen, die sich für die Imkerei engagieren. Bereits am Eröffnungstag herrschte reger Betrieb, der sich an den Folgetagen fortsetzte.

Dabei mischten sich nicht nur Teilnehmende aus den deutschsprachigen Ländern und Regionen, sondern auch aus Dänemark, Irland, Frankreich, Polen und der Tschechischen Republik unter die Besucherschar. Apimondia-Präsident Dr. Peter Kozmus schickte seine Grüße per Videobotschaft aus Slowenien.  

Fachlicher Austausch und praxisnahe Einblicke

Das Programm bot zahlreiche Möglichkeiten, sich intensiv mit aktuellen Fragestellungen der Imkerei auseinanderzusetzen. So gab es im Plenarsaal Vorträge zu Themen wie Varroaresistenz, Varroabehandlung, Basiszucht, zum österreichischen Projekt Selectbees 2.0 sowie zu Branding (= gezielter, aktiver Aufbau einer Marke) im Bienenstock. Durch das Programm im Saal führte Werner Bader.

Dr. Kirsten Traynor stellte in ihrem Vortrag „Von Bienen lernen“ vor, welche Erkenntnisse sich aus der Beobachtung von Bienenvölkern gewinnen lassen.  Auch wenn die Wissenschaftlerin nur per Videoschalte teilnehmen konnte, kam ihr Vortrag beim Publikum gut an.

Ein besonders aktuelles Thema griffen Prof. Dr. Elke Genersch und Martina Janke mit ihrem Beitrag zum Stand der Honiganalyseverfahren und zur Erkennung von Honigverfälschungen auf. Sie rückten Fragen in den Fokus, die für die Qualitätssicherung, die Glaubwürdigkeit und die Zukunft des Honigmarktes von großer Bedeutung sind. Dabei korrigierten sie auch einige fehlerhafte Aussagen, die in der Vergangenheit verbreitet wurden.

Anschließend diskutierten unter dem Titel „Echt. Heimisch. Fair. – Wie sieht der Honigmarkt der Zukunft aus?“ D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann, Frank Filodda vom Honigverband, Qualitätsfachmann Peter Leuer vom LV Westfälischer und Lippischer Imker sowie Dr. Bertolt Kranz vom NRZ-Authent über die Herausforderungen und Perspektiven des Honigmarktes. Im Mittelpunkt standen faire Honigpreise, der Schutz vor Honigbetrug und die Zukunft regional erzeugter Honige.

Frank Filodda, Vorsitzender des Honigverbandes (v.l.), Dr. Bertolt Kranz, NRZ-Authent, Moderator Werner Bader, Qualitätsfachmann Peter Leuer vom LV Westfälischer und Lippischer Imker und D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann bei der Podiumsdiskussion über den Honigmarkt.

Gute besuchte Workshops

Parallel zu den Vorträgen im Plenarsaal fanden mehrere Workshops statt, die unter anderem vom Sächsischen Imkerverband organisiert worden waren. Weiterhin standen im Rahmen der „Varroa 2033 Arbeitstagung“ insbesondere Strategien und praktische Ansätze zur Bekämpfung der Varroa im Mittelpunkt. Die Vorstellung eines Varroa-Scanners zur KI-gestützten Auszählung bot spannende Einblicke in technische Entwicklungen, die künftig die Arbeit in den Imkereien unterstützen können.

Die Themen reichten von klimabewussten Betriebsweisen und biotechnischen Verfahren über die Arbeitsweisen der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT) bis hin zu biologischen Bekämpfungsmöglichkeiten. Eine Podiumsdiskussion beleuchtete das Thema „Varroaresistenz“ aus unterschiedlichen Perspektiven und stellte Pro- und Contra-Argumente gegenüber.

Die praxisnahen Beispiele und die Möglichkeit, Fragen direkt mit Fachleuten zu diskutieren, kamen bei den Teilnehmern gut an. Die Workshops waren sehr gut besucht und unterstrichen den hohen Stellenwert des persönlichen Wissenstransfers innerhalb der Imkerschaft.

Honig, regionale Spezialitäten und Mitmachangebote

Auch abseits der Fachveranstaltungen gab es viel zu entdecken. In der Ausstellung konnten die Besucher an kostenlosen kulinarischen Probieraktionen teilnehmen und erleben, wie vielseitig sich Honig in der Küche einsetzen lässt. Südtiroler Apfel-Sellerie-Süppchen, verfeinert mit Honig, oder Apfelringe mit Honigglasur sorgten für besondere Geschmackserlebnisse.

Ein weiteres Highlight war der erstmals durchgeführte „Deutschsprachige Honigprobiermarkt“. Hier konnten die Besucher zahlreiche unterschiedliche Honigsorten aus dem deutschsprachigen Raum kennenlernen und natürlich probieren. Die Vielfalt der Aromen machte die unterschiedlichen Herkünfte und Besonderheiten der Honige unmittelbar erlebbar.

Auch für Kinder, Jugendliche und Junggebliebene gab es ein abwechslungsreiches Angebot: Undine Westphal lud mit ihren bienenpädagogischen Aktionen zum Basteln, Lernen und Staunen ein. Spielerisch konnten die Teilnehmer die faszinierende Welt der Bienen entdecken und selbst kreativ werden.

Fotowettbewerb und feierlicher Abschluss

Am Samstagnachmittag bildete die Preisverleihung des D.I.B.-Fotowettbewerbs einen weiteren Höhepunkt des Kongresses. Sie würdigte die kreativen Perspektiven auf die Welt der Bienen und der Imkerei und ergänzte das fachliche Programm um eine besondere visuelle Facette.

Die feierliche Fahnenübergabe des Deutschsprachigen Imkerkongresses fand am Samstagabend im Rahmen des großen Genussabends statt. Sie wurde Martin Schwegler, dem Zentralpräsidenten von BienenSchweiz, übergeben. Damit richtet sich der Blick bereits auf das nächste Treffen in zwei Jahren in der Schweiz.

Ein Kongress, der in Erinnerung bleibt

Der Deutsche Imkerbund e. V. freut sich über die große Resonanz und bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden, Referenten, Ausstellern, beteiligten Verbänden, Unterstützern und Helfern, die zum Gelingen des Kongresses beigetragen haben.

Drei Tage in Dresden haben einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der persönliche Austausch für die Imkerei ist. Wir blicken auf einen gelungenen Kongress zurück und hoffen, dass alle eine gute Heimreise hatten.

Fotos: Deutscher Imkerbund e. V.

Deutschsprachiger Imkerkongress – Deutscher Imkerbund e. V.