Die parasitische Milbe Tropilaelaps ist in Europa angekommen. Der Deutsche Imkerbund mahnt zur Vorsicht und fordert Einfuhrverbote aus unsicheren Drittstaaten.
Im Jahr 2024 wurde Tropilaelaps offiziell in Europa bestätigt. Sowohl in Georgien als auch in den russischen Regionen Krasnodar und Rostov, an der Grenze zur Ukraine, zeigte sich, dass dort bereits etablierte Populationen vorkommen, die zu Völkerverlusten in der Imkerei führen. Das Vorkommen spricht dafür, dass die Milbe bereits vor längerer Zeit dort eingeschleppt wurde.
Tropilaelaps an unserer Türschwelle
Darüber hinaus liegen unbestätigte Meldungen aus der Ukraine und Belarus vor. Die Lage dort ist jedoch unübersichtlich. Das Europäische Referenzlabor für Bienengesundheit verweist auf die geopolitische Lage in der Ukraine, die eine Übersicht über die Situation in dem Land zurzeit unmöglich macht. Darüber hinaus stuft das Labor die Gefahr einer Einschleppung von Tropilaelaps in die EU über die Türkei als „signifikant“ ein.
Tropilaelaps vermehrt sich besonders schnell und gilt teils als gefährlicher für Bienenvölker als Varroa (Chantawannakul et al. 2018). Studien zeigen, dass Tropilaelaps über Bienentransporte, Königinnensendungen, gebrauchtes Imkereimaterial und Bienenprodukte eingeschleppt werden kann (Gill et al. 2025). Die derzeitigen Einfuhrbedingungen bieten keinen ausreichenden Schutz.
Importeinschränkungen notwendig
Wir haben die Europäische Kommission über den landwirtschaftlichen EU-Verband Copa-Cogeca auf die Situation aufmerksam gemacht und sie aufgefordert, Staaten mit nachgewiesenem Befall oder unsicherer Datenlage von der Liste der zulässigen Importländer zu streichen (Durchführungsverordnung (EU) 2021/404, Anhang VII). Auch Einfuhren unverarbeiteter Bienenprodukte und gebrauchter Imkereiausstattung aus entsprechenden Ländern sollten untersagt werden. Die Bundesregierung haben wir ebenfalls aufgefordert, unser Anliegen auf EU-Ebene zu unterstützen.
Königinnen von versierten Züchtern
Zugleich gibt es Diskussionen über illegale Königinnen-Importe ohne Gesundheitszeugnis aus unsicheren Drittstaaten in deren EU-Nachbarländer. Teilweise wird vermutet, dass die Tiere anschließend mit falscher Herkunftsangabe weiterverkauft werden. Wir möchten diese Vorwürfe nicht kommentieren, nutzen sie aber als Anlass, um auf die Arbeit unserer heimischen versierten Züchterinnen uns Züchter zu verweisen. Wir stehen zu dem Ziel, lokal angepasste und resistente Bienenvölker zu fördern – wie es die Initiative Varroa2033 unterstützt. Wählen Sie beim Kauf bevorzugt Königinnen von Züchterinnen und Züchtern, die darauf achten, wie gut ihre Völker Varroa in Schach halten können.
