Das estnische Labor Celvia ist nun akkreditiert für seine DNA-Methode. Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU (JRC) zeigt auf, welche notwendigen Schritte noch folgen müssen.
Der Honigmarkt wächst – und mit ihm die Anforderungen an verlässliche Analysemethoden. Rund 8 Milliarden Euro wurden mit Honig weltweit im Jahr 2022 umgesetzt, bis 2030 könnten es 12 Milliarden sein. Die sichere Überprüfung von Qualität und Echtheit der Ware werden somit noch wichtiger.
Neue molekularbiologische Methoden, allen voran DNA-Analysen, gelten als vielversprechend. Sie können zeigen, von welchen Pflanzen und anderen Organismen DNA im Honig steckt – entweder gezielt über bestimmte DNA-Abschnitte (Metabarcoding) oder umfassend über die gesamte DNA (Metagenomik). Anders als klassische Messverfahren wird bei diesen Verfahren nicht mit Grenzwerten gearbeitet. Stattdessen werden Gesamtmuster bewertet. Passt dieses Muster zu echtem Honig, wird die Probe als authentisch eingestuft.
Was bedeutet die Akkreditierung?
Wie bereits angekündigt, hat das estnische Labor Celvia, das an der Analyse von Honig mittels Metagenomik arbeitet, eine Akkreditierung gemäß dem internationalen Standard ISO 17025 erhalten. Dies ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Bei dieser Norm geht es vorwiegend um Labororganisation und Qualitätsmanagement. Sie bestätigt, dass das Team von Celvia die Analysen nach vorhandenen Protokollen durchführt. Es handelt sich also um eine Laborakkreditierung, keine Methodenvalidierung. Der nächste Schritt ist dann die Validierung der Methode, die einige Zeit in Anspruch nehmen wird.
Der nächste Schritt
Darauf weist auch die Gemeinsame Forschungsstelle der EU (JRC) in einer aktuellen Veröffentlichung in der Fachzeitschrift npj Science of Food hin. Jede Methode müsse ihre Leistungsfähigkeit belegen: Wie empfindlich reagiert sie? Wie genau misst sie? Wie robust bleibt sie gegenüber Störungen? Anhand von Ringversuchen zwischen Laboren ließe sich prüfen, ob Ergebnisse vergleichbar sind. Das seien weitere unverzichtbare Schritte hin zu einem anerkannten Standard, betont das JRC.
Weitere Herausforderungen
Bei der DNA-Analyse sind, laut JRC, drei Punkte entscheidend: eine saubere DNA-Gewinnung aus dem Honig, belastbare Referenzdatenbanken und eine nachvollziehbare Auswertung der Sequenzen. Das JRC hält zudem eine große, öffentlich zugängliche Referenzdatenbank für Honig-DNA gegenüber einzelnen laboreigenen Datenbanken für vorteilhaft. Dies würde die Methodenentwicklung erleichtern, eine einheitliche Bewertung ermöglichen und die Akzeptanz durch die Aufsichtsbehörden fördern.
Methoden mit Potenzial
Das JRC kommt zu dem Schluss, dass DNA-Verfahren das Potenzial haben, die Honiganalytik zu verbessern. Bevor sie im Alltag ankommen, müssen sie jedoch dieselben Hürden nehmen wie jede andere Methode auch.
Referenz
Pellegrin, C., Linsinger, T.P.J. & Alvarellos, L. (2026). Of bees and buzz: towards validated NGS-based methods in honey authentication. npj Sci Food 10, 129 . https://doi.org/10.1038/s41538-026-00839-y
Foto: Dzmitry – stock.adobe.com
