Demo in Berlin: „Wir haben es satt!“

Demo in Berlin: „Wir haben es satt!“

Am Samstag, dem 17. Januar 2026, heißt es in Berlin erneut: „Wir haben es satt!“ Die Demonstration beginnt um 12 Uhr am Brandenburger Tor.

Ein breites Bündnis aus unterschiedlichen Verbänden ruft zur 16. „Wir haben es satt!“-Demo auf. Gemeinsam wollen sie ein Zeichen für eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft setzen. „Auf der einen Seite stehen Milliarden-Gewinne von Agrochemiekonzernen, Patente auf Saatgut und Investoren, die mit Ackerland spekulieren“, schreibt das Bündnis auf seiner Internetseite. „Auf der anderen Seite stehen Bäuerinnen und Bauern, die um ihre wirtschaftliche Existenz bangen, weil Lebensmittelindustrie und Einzelhandel die Preise diktieren. Das Höfesterben hält ungehindert an: Jedes Jahr schließen rund 2.600 landwirtschaftliche Betriebe.“

Stockender Tier- und Umweltschutz

Kritisch bewertet das Bündnis auch die schleppenden Fortschritte beim Tier- und Umweltschutz. Eine verpflichtende und umfassende Kennzeichnung der Haltungsformen fehlt bis heute. Statt den dringend nötigen Umbau der Ställe voranzubringen, hat die Regierung entsprechende Förderprogramme gestrichen.

Zu den zentralen Themen der diesjährigen Demonstration gehören aktuelle agrarpolitische Vorhaben wie die Deregulierung neuer genomischer Techniken in der Pflanzenzucht sowie eine vereinfachte Zulassung von Pestiziden. Ebenfalls im Fokus steht der Abbau von Klima-, Umwelt- und Tierschutzstandards unter dem Stichwort Bürokratieabbau. In all diesen Fragen engagiert sich auch der Deutsche Imkerbun, um die Imkerei in Deutschland weiter zu ermöglichen und die Bestäubungsleistung hier zu erbringen.

Die Forderungen des Bündnisses

  • Bauernhöfe statt Agrarindustrie! Agrarförderung nur noch für bäuerliche und ökologischere Betriebe – nicht für Tierfabriken und Agrarkonzerne.
  • Transparenz statt Täuschung! Kennzeichnung von Haltungsbedingungen und Gentechnik – auf allen Lebensmitteln, ob im Handel oder in der Außer-Haus-Verpflegung.
  • Klima-, Umwelt- und Tierschutz statt Lobbyinteressen! Kein Rückbau von Standards, sondern Investitionen in eine zukunftsfähige Landwirtschaft.
  • Gerechtigkeit statt Konzernmacht! Faire Preise für Verbraucher*innen und Erzeuger*innen – Stopp des Preisdiktats durch den Lebensmitteleinzelhandel.
  • Solidarität statt Spaltung! Mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit und die Überwindung des Hungers – für eine sozial gerechte Agrarwende weltweit.

Grüne Woche

Die Demonstration findet traditionell am ersten Wochenende der Grünen Woche statt, der weltweit größten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Der Deutsche Imkerbund ist dort mit einem Stand vertreten und informiert Verbraucherinnen und Verbraucher über die Imkerei und ihre Anliegen. Zugleich bietet die Messe Gelegenheit zum Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verbänden. Besuchen Sie uns auf dem Erlebnisbauernhof in Halle 3.2, Stand 301.