Blühstreifen sind eine der häufigsten Umweltmaßnahmen in der Landwirtschaft. Die Forschung zeigt jedoch: Für stabile Artenvielfalt reicht das nicht aus. Vielfalt entsteht nur, wenn die gesamte Landschaft heterogen gestaltet wird.
Artenvielfalt wächst nur, wenn die Landschaft vielfältige Lebensräume bietet. Kleine Felder, Hecken, Bäume, Feldraine und mehrjährige Kräuter – erst das Zusammenspiel all dieser Elemente schafft stabile Populationen von Insekten, Vögeln und anderen Tieren. Einjährige Blühstreifen sind zwar leicht umzusetzen, liefern Nektar und Pollen und unterstützen so Honig- und Wildbienen. Sie sind jedoch nur ein einzelner Baustein in einem größeren System. Dauerhafte Artenvielfalt erfordert die Kombination unterschiedlicher Lebensräume sowie mindestens 20 Prozent naturnaher Flächen. Darauf weist eine wissenschaftliche Publikation hin, an der mehrere deutsche Universitäten beteiligt waren. Sie zeigt anschaulich, wie Agrarlandschaften gestaltet werden können, damit Biodiversität erhalten oder wiederhergestellt wird.
Vielfalt schafft stabile Lebensräume
Abwechslungsreiche Landschaften bieten Nahrung und Rückzugsorte über das gesamte Jahr. Das fördert nicht nur Bienen, sondern auch andere Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig profitieren auch die Menschen von einer stabilen Landwirtschaft: Durch Bestäubung und natürliche Schädlingskontrolle werden Erträge gesichert und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert.
Gemeinsam für eine gesunde Umwelt
Naturschutz gelingt aber nur im Zusammenspiel. Landwirte müssen einbezogen werden, denn ihre Interessen sind entscheidend. Ebenso wichtig sind Imkerinnen und Imker, die sich seit Langem nicht nur für Honigbienen, sondern auch für andere Bestäuber und den Schutz der Umwelt einsetzen. Honigbienen sind dabei nicht nur wertvolle Bestäuber, sondern auch ein integraler Teil des natürlichen Nahrungsnetzes und tragen zur ökologischen Stabilität bei.
Landschaften schützen – Politik mitgestalten
Die Arbeit Beyond flower strips – restoring biodiversity needs more landscape heterogeneity wurde Ende 2025 in der Fachzeitschrift Biological Conservation veröffentlicht. Sie fällt in eine Zeit, in der Umweltstandards in der EU-Agrarpolitik immer stärker unter Druck geraten. Dabei macht Vielfalt unsere Umwelt und Landwirtschaft widerstandsfähiger.
Dies passt direkt zum Thema „Bienenparadies“, mit dem der Deutsche Imkerbund auf der Grünen Woche präsent ist: Ein echtes Bienenparadies entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch die Kombination vieler Schritte des Klima- und Umweltschutzes – von naturnahen Lebensräumen über Blühflächen bis hin zu einer bewusst gestalteten, vielfältigen Agrarlandschaft.
