Vespa velutina umgestuft – was nun?

Vespa velutina umgestuft – was nun?

Am 24. März hat das Bundesumweltministerium die Asiatische Hornisse offiziell umgestuft. Der Schritt war zu erwarten, doch leider wurden die Kommentare von Expertinnen und Experten aus der öffentlichen Anhörung für das Maßnahmenblatt zur weiteren Bekämpfung kaum berücksichtigt. Trotz gegenteiliger Zusagen wurde die Imkerschaft nicht weiter in die Entscheidungsfindung einbezogen. Da jedes Bundesland nun selbst über die Bekämpfungsmaßnahmen entscheiden kann, ist die Situation unübersichtlich.

Mit der Umstufung fällt in Deutschland die Ausrottungspflicht der Asiatischen Hornisse Vespa velutina. Die Bekämpfung muss dennoch weitergeführt werden, wobei die Umweltministerien der Länder jedoch bei ihrem Standpunkt geblieben sind: „Eine Bekämpfung der Asiatischen Hornisse aus Gründen der Gesundheitsvorsorge oder der Abwendung von wirtschaftlichen Schäden fällt nicht in die Zuständigkeit der Naturschutzbehörden, dabei können jedoch die in diesem Management- und Maßnahmenblatt aufgeführten Maßnahmen Berücksichtigung finden.“ Weiter vorn heißt es auch: „Ziel ist die Minimierung der negativen Auswirkungen auf die Biodiversität.“ Wirtschaftliche Schäden und Gefahren für die menschliche Gesundheit, die es gemäß der EU-Verordnung 1143/2014 explizit ebenfalls abzuwenden gilt, fallen nach Ansicht der Umweltministerien nicht mehr in ihren Bereich. Ob das rechtskonform ist, ist die eine Frage. Die andere ist: Wer springt nun jeweils in den einzelnen Bundesländern ein?

Vespa velutina: Jedes Bundesland für sich?

Bislang fehlt eine Übersicht, wie es in den einzelnen Bundesländern weitergehen wird. Der Deutsche Imkerbund fordert daher, dass die Umweltministerien weiter für die Bekämpfung zuständig sind – unabhängig von den verursachten Schäden. Diese werden in der EU-Verordnung auch nicht unterschieden, wenn es um die weitere Bekämpfung geht. Zugleich versteht der D.I.B. das Ansinnen, die Lasten auf mehrere Schultern zu verteilen. Wir möchten aber auch betonen, dass die Imkerinnen und Imker von Anfang an einen enorm großen Beitrag hinsichtlich der Bekämpfung geleistet haben.

Nun verweist auch das Maßnahmenblatt jedoch fast ausschließlich auf Imkerinnen und Imker: „Damit Betroffene wie z. B. Imkerinnen und Imker aktiv die Bekämpfung der Art, z. B. Fang von Königinnen oder Entfernung von Nestern, durchführen können, sollen entsprechende Schulungs- und Ausbildungsangebote geschaffen werden, um die entsprechende Sachkunde zu vermitteln.“ Die Imkerinnen und Imker unterstützen zwar gerne bei diesem Thema, aber die Bekämpfung und allem voran die Entfernung von Nestern ist primär nicht ihre Aufgabe!

Velutina-Arbeitsgruppe auf Bundesebene?

Der D.I.B. fordert die Bundesländer auf, sicherzustellen, dass Vespa velutina weiterhin intensiv bekämpft wird. Wir fordern die Einsetzung einer Arbeitsgruppe der Länder auf Bundesebene, um eine Übersicht über die Situation zu bekommen, anschließend zu bewahren und ein möglichst einheitliches – und natürlich auch engagiertes – Vorgehen zu erreichen. Wir sind dazu mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und der Agrarministerkonferenz in Kontakt.

EU-Austauschplattform zu Vespa velutina

Zudem haben wir das Ministerium gebeten, bei der EU-Kommission die Einrichtung einer Austauschplattform zu beantragen, um den Austausch zwischen den Mitgliedstaaten hinsichtlich der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse zu erleichtern. Die Möglichkeit von Hilfen für den Austausch zwischen den Mitgliedstaaten ist in der EU-Verordnung festgehalten.