Mehr Honigimporte zu fallenden Preisen

Mehr Honigimporte zu fallenden Preisen

Der Januar sah einen enormen Anstieg an Importen ukrainischen Honigs. Insgesamt fielen die Preise auf Honigimporte aus Drittstaaten 2024 erneut. Der Deutsche Imkerbund spricht sich für die Beibehaltung von Zöllen auf Importhonig aus.

Das diesjährige zollfreie Kontingent für ukrainischen Honig von 18.507 t wurde bereits im Januar von den Honig-Importeuren so gut wie aufgebraucht. Die EU hatte den sonst üblichen Zoll von 17,3 % auf Agrargüter nach dem brutalen Angriff Russlands ausgesetzt, um das Nachbarland zu unterstützen. Im Mai vergangenen Jahres wurden nach längerer Diskussion jedoch Obergrenzen für die zollfreie Einfuhr in die EU beschlossen. Nachdem die Grenze von 44.417 t im Vorjahr bereits im August erreicht worden war, nahmen die Importe wieder deutlich ab, um dann im Januar im Vergleich zum Dezember EU-weit um das 35-Fache in die Höhe zu schnellen. Offenbar wurde bereits im Vorjahr gekaufte Ware dann im Januar geliefert, um eine zollfreie Einfuhr zu genießen. Es scheint, dass die Zollkontingente dazu geführt haben, dass die Importeure ukrainischen Honig zuletzt nicht nach Bedarf, sondern vor allem nach dem Aspekt der Zollfreiheit eingekauft haben.

Preissturz bei Importhonig

Die bereits niedrigen Preise für Importhonig sind im vergangenen Jahr nochmals deutlich gesunken. So lag der Durchschnittspreis für Honig aus Drittstaaten bei 1,92 Euro/kg und somit 11,5 % niedriger als 2023. Zugleich wurde mit 172.367 t wieder 6 % mehr Honig in die EU importiert. Chinesische Ware (60.168 t) kostete im Schnitt lediglich 1,2 Euro. Weitere Billigware kam für 1,39 Euro/kg aus Russland, 1,44 Euro/kg aus Vietnam und 1,55 kg/Euro aus Indien. Wobei von Letzteren nur aus Vietnam nennenswerte Mengen (3.881 t) importiert wurden. Ukrainischer Honig (53.951 t) kostete im Schnitt 1,79 Euro/kg.  

Handelsabkommen und Anti-Dumping

Honig aus der Ukraine muss nun wieder mit 17,3 % verzollt werden. Allerdings strebt die EU ein Freihandelsabkommen mit der Ukraine an. Ein derartiges Abkommen mit China liegt übrigens in weiter Ferne. Somit wird bei chinesischer Ware immer Zoll fällig.

Wir sehen, dass angesichts der aktuellen globalen Lage die EU neue Handelsbeziehungen benötigt. Allerdings darf darunter die heimische Imkerei nicht leiden, und die Qualität der importierten Ware muss mit den EU-Vorschriften übereinstimmen, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Wir fordern eine strenge Kontrolle der Einhaltung dieser Qualitätsparameter durch die zuständigen Behörden. Der Deutsche Imkerbund setzt sich bezüglich der Zollkontingente über Copa-Cogeca für die Interessen der Imkerschaft ein. Zudem unterstützen wir die Bemühungen des Ungarischen Imkerverbandes, einen Anti-Dumping-Prozess gegen chinesischen „Honig“ einzuleiten. Hierzu werden wir in Kürze mehr berichten.