Nicht nur die Bienenvölker beginnen sich zu regen, sondern auch die Königinnen der Asiatischen Hornisse Vespa velutina. Nun heißt es aktiv zu werden. Zugleich konnten wir auf EU-Ebene Fortschritte erzielen: mehr Austausch zwischen den Mitgliedstaaten, neue Forschung und Unterstützung bei der Bekämpfung.
Die ersten Königinnen von Vespa velutina sind bereits unterwegs. Die Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim ruft deshalb dazu auf, Locktöpfe aufzustellen, um Königinnen abzufangen und so den Bau von Nestern zu vermeiden. Wie ein solcher Locktopf aussieht und womit man ihn füllt, erfahren Sie hier.
Sichtungen bitte melden!
Wer eine Königin entdeckt, sollte die Sichtung an die offizielle Meldestelle des Bundeslandes melden. Auf anderen gängigen Internetplattformen werden Beobachtungen zwar veröffentlicht, aber oft nicht überprüft und nicht an die Behörden weitergegeben. Für eine wirksame Bekämpfung ist das ein Nachteil. Deshalb sollte in der Öffentlichkeitsarbeit stets auf die offiziellen Meldewege hingewiesen werden.
EU-Austauschplattform zu Vespa velutina
Unser beharrliches Nachfragen in Brüssel zeigt inzwischen Wirkung. Die Europäische Kommission hat zugesagt, eine Austauschplattform der Mitgliedstaaten zur Asiatischen Hornisse einzurichten. Auch Vertreter der Imkerschaft sollen daran beteiligt werden. Ein solcher Austausch ist dringend nötig. Bislang fehlt es vor allem an einer gemeinsamen Übersicht über Bekämpfungsmaßnahmen und Forschungsergebnisse.
Noch wird ein Mitgliedstaat gesucht, der die Organisation übernimmt. Wir haben das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen. Da sich das Ministerium bislang zurückhaltend zeigte, stehen wir zugleich mit befreundeten Imkerverbänden im Austausch, um auch andere Regierungen zu diesem Schritt zu ermutigen.
EU-Forschungsprojekt zu Vespa velutina
Die Kommission hat außerdem unsere Forderung nach einem europäischen Forschungsprojekt zur Asiatischen Hornisse aufgegriffen. Im Förderprogramm Horizon Europe können im Frühjahr 2027 entsprechende Anträge eingereicht werden.
Ziel müssen einfache Lösungen sein, die die Bekämpfung wirksamer und günstiger machen. Entscheidend ist, dass neue Methoden in der Praxis funktionieren. Diese an die Forschung haben wir klar benannt.
Hilfe für die Ausrottung neuer Vorkommen
Tritt Vespa velutina erstmals in einer Region auf, kann künftig finanzielle Unterstützung für ihre Ausrottung beantragt werden. Möglich macht das der European IAS Rapid Response Fund. Das Programm fördert Projekte zur frühen Erkennung und schnellen Beseitigung invasiver Arten in Europa. Es läuft über die Weltnaturschutzunion (IUCN) und wird von der Europäischen Kommission kofinanziert.
Forderungskatalog
Die Bekämpfung invasiver Arten liegt in Deutschland bei den Ländern. Trotzdem fordern wir seit Langem ein stärkeres Engagement des Bundes im Umgang mit der Asiatischen Hornisse. Dazu gehört eine Koordinationsstelle auf Bundesebene.
Der Bund kann den Ländern nach unserer Verfassung nur begrenzt Vorgaben machen. Wir haben diese Möglichkeiten analysiert und daraus konkrete Forderungen abgeleitet. Unsere Analyse ist auch in ein Positionspapier des europäischen Imkerverbands BeeLife für Maßnahmen auf EU-Ebene eingeflossen.
