BeeLife – für Bienen, Bestäuber und Biodiversität

BeeLife – für Bienen, Bestäuber und Biodiversität

Der Deutsche Imkerbund e. V. ist in mehreren europäischen Dachorganisationen aktiv. Eine davon ist die BeeLife European Beekeeping Coordination, eine gemeinnützige Organisation, die sich für den Schutz von Bienen und Bestäubern einsetzt.

Bestäuber schützen und die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft, in städtischen Siedlungen und in Naturgebieten bewahren – dieses Ziel verfolgt BeeLife seit ihrer Gründung im Jahr 2013. Der europäische Dachverband ist zwar eine Imkerorganisation, sein Schwerpunkt liegt jedoch deutlich breiter: BeeLife setzt sich vor allem für umwelt- und agrarpolitische Rahmenbedingungen ein, die Honigbienen, Wildbienen und anderen Bestäubern zugutekommen – und damit auch der Imkerei insgesamt.

Gerade diese Perspektive kommt in politischen Debatten häufig zu kurz, wenn der Blick sich beispielsweise auf Honigvermarktung und -qualität oder Varroabekämpfung verengt. BeeLife lenkt ihn seit Jahren bewusst auf weitere wichtige Themen: auf strukturreiche Landschaften und umweltfreundliche Landwirtschaft. Dafür arbeiten heute 29 Verbände aus zwölf EU-Mitgliedstaaten, darunter der Deutsche Imkerbund, unter dem Dach der Organisation zusammen.

Netzwerk mit politischer Reichweite

BeeLife ist dort aktiv, wo europäische Entscheidungen vorbereitet werden. Die Organisation analysiert neue Gesetzesvorhaben – etwa zu Pestiziden oder zu neuen genomischen Techniken – und bringt auf dieser Grundlage die Positionen der Imkerschaft in den politischen Prozess ein.

Darüber hinaus schafft BeeLife Räume für Austausch. Veranstaltungen wie die Pollinator Week in Brüssel oder zuletzt „Pollinating Europe“ im Vorfeld des Apimondia-Kongresses in Kopenhagen bringen Politik, Wissenschaft und Imkerei zusammen. Parallel wirkt BeeLife in wissenschaftlichen Projekten mit und übernimmt dort auch Kommunikationsaufgaben. Ziel ist es, die Bedürfnisse der Bestäuber nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Mehr als Imkerei – Schutz von Umwelt und Landwirtschaft

Im Kern geht es BeeLife nicht allein um Bienen. Die Organisation setzt sich für die natürlichen Grundlagen unserer Nahrungsmittelproduktion und unserer Kulturlandschaften ein. Dazu gehören strukturreiche, vielfältige Landschaften ebenso wie eine Landwirtschaft, deren negative Auswirkungen auf Bestäuber so gering wie möglich sind.

BeeLife macht deutlich: Bienen und andere Bestäuber sind nicht nur Lieferanten von Imkereiprodukten. Sie sind unverzichtbare Akteure eines funktionierenden Ökosystems, das Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und Artenvielfalt miteinander verbindet.

Wo BeeLife politisch aktiv ist

BeeLife beteiligt sich an zahlreichen Diskussionen und Austauschforen mit der EU-Kommission. Zu den Themen zählen beispielsweise die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP), die Regulierung von Wirkstoffen im Pflanzenschutz, neue genomische Techniken (NGT) sowie das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur. Auch Themen wie invasive Arten – etwa Vespa velutina – spielen eine Rolle. Dabei arbeitet BeeLife regelmäßig mit anderen Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen zusammen und bringt seine Expertise auch auf der EU-Honigplattform ein.

Engagement in zahlreichen Projekten

Neben der politischen Arbeit ist BeeLife in mehreren wissenschaftlichen Projekten aktiv – oft in koordinierender, technischer oder analytischer Rolle. Dazu gehört der EU Pollinator Hub, ein zentraler Datendienst, der Informationen zu Bestäubern, Imkerei, Landnutzung und Umweltparametern bündelt und sichtbar macht. Beim Projekt B-Thenet wirkt BeeLife in einem Netzwerk mit, das bewährte und innovative imkerliche Praktiken sammelt und über eine digitale Plattform zugänglich macht.

Weitere Projekte sind PollinERA, sich mit den Risiken von Pestiziden für verschiedene Bestäuberarten befasst und diese umfassend bewertet, sowie BeSafeBeeHoney, das sich mit gesundheitlichen Aspekten und Umweltbelastungen von Honig und anderen Bienenprodukten befasst.

Das jüngste Projekt heißt EU Beelovers. Ziel ist es, in der Bevölkerung das Bewusstsein für Bestäuber, nachhaltige Landwirtschaft und heimischen Honig zu stärken. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Der Deutsche Imkerbund bei BeeLife

Der Deutsche Imkerbund ist seit einigen Jahren Mitglied von BeeLife, und D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann gehört dem Vorstand der Organisation an. Wir profitieren von der Arbeit, die BeeLife in Brüssel im Interesse der Imkerschaft und der Bestäuber leistet, und unterstützen diese ausdrücklich. BeeLife sorgt dafür, dass die umweltpolitischen Anliegen der Imkerei auf europäischer Ebene Gehör finden. Angesichts der Vielzahl politischer Themen ist diese Arbeit nur im Verbund zu leisten. Die innerhalb von BeeLife geteilten Informationen sind auch für die eigene EU- und bundespolitische Arbeit des D.I.B. von großem Wert.

Gleichzeitig bringt sich der Deutsche Imkerbund aktiv ein. Aktuell beteiligt er sich unter anderem an Arbeiten zu den Themen Honig (zum Beispiel Marktbericht und EU-Honigplattform), NGTs, Vespa velutina, Wild- und Honigbienen sowie am neuen Omnibus-Paket zu Lebens- und Futtermitteln. Dabei teilen wir Informationen, geben Anregungen oder formulieren Positionen aus, die dann diskutiert und von BeeLife adaptiert werden.

Im Februar findet in Irland die nächste Generalversammlung von BeeLife statt. Wir freuen uns auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen dieser Organisation.